Schischule Betrieb - Bewilligung

Allgemeine Information

Der selbständige gewerbsmäßige Unterricht im Schilaufen (Betrieb einer Schischule) bedarf einer Bewilligung durch die Landesregierung.

Mit der Bewilligung wird der Inhaber berechtigt Unterricht im Schilaufen zu erteilen. Unterricht im Schilaufen ist jede Unterweisung in Fertigkeiten und jede Vermittlung von Kenntnissen des alpinen Schilaufs, einschließlich seiner besonderen Schilaufarten, oder des nordischen Schilaufs, unabhängig davon, ob sie lehrgangs- oder kursmäßig, nur fallweise oder einmalig erfolgt.

Die Schischulbewilligung erlischt mit dem Tod des Bewilligungsinhabers (Ausnahmegründe), dem Entzug der Bewilligung, weil gegen bestimmte Vorschriften des Gesetzes verstoßen wurde oder durch Verzicht.

Erforderliche Unterlagen

1. Persönliche Voraussetzungen (§ 3 Abs. 1)

  • Staatsbürgerschaftsnachweis (Österreich oder ein anderer begünstigter Staat im Sinne des Berufsanerkennungsgesetzes)
  • Geburtsurkunde (Mindestalter 24 Jahre)
  • Hauptwohnsitz in einem EU-oder EWR-Mitgliedstaat (Meldezettel)
  • Strafregisterbescheinigung (nicht älter als drei Monate)
  • Ärztliches Zeugnis (nicht älter als drei Monate)
  • Prüfung zum staatlichen Schilehrer und Schiführer
  • Fortbildungsbestätigung/Nachweis über die Verwendung als Diplomschilehrer an einer inländischen Schischule durch mindestens zwei Saisonen nach Ablegung der Diplomschilehrerprüfung
  • Unternehmerprüfung (als Nachweis der wirtschaftlichen Befähigung)

2. Sachliche Voraussetzungen (§ 4)

  • Verfügungsrecht über einen geeigneten Sammelplatz (in unmittelbarer Nähe zu einer Aufstiegshilfe)
  • Verfügungsrecht über für ein Schischulbüro geeignete Räumlichkeiten sowie die erforderlichen sanitären Anlagen
  • Verfügungsrecht über ein Anfängerübungsgelände (vom Sammelplatz aus mit Schileicht erreichbar, im Schigebiet gelegen) der Nachweis eines Mitbenützungsrechtes an einem bestehenden Anfängerübungsgelände gilt als Erfüllung dieses Erfordernisses
  • Zur Überprüfung der Verfügungsrechte sind die Grundbuchsauszüge der Liegenschaften erforderlich!
  • Ausreichende Haftpflichtversicherung (über zumindest € 2,5Mio,-)

Dem Antrag auf Bewilligung der Ausübung der Schilehrertätigkeit durch Gesellschaften sind zusätzlich anzufügen (§ 3a)

  • die Angabe der beabsichtigten Rechtsform,
  • die Gesellschafter unter Angabe einer allfälligen Haftung,
  • die Zustimmung des Geschäftsführers zu seiner Bestellung und ein Firmenbuchauszug (zum Zeitpunkt der Einbringung des Antrags nicht älter als drei Monate)

Fristen

Die Schischule darf erst nach rechtskräftiger Bewilligung betrieben werden

Kosten

Die Kosten für die Bewilligung einer Schischule betragen (abhängig von der Anzahl der Beilagen) ca. € 588,--.

Detaillierte Informationen zur Gebührenregelung finden Sie im Gebührengesetz 1957 bzw. in der Landesverwaltungsabgabenverordnung. Die anfallenden Gebühren können nach Übermittlung der Bewilligung elektronisch mittels Banküberweisungen bezahlt werden.

Rechtsgrundlagen

Kärntner Schischulgesetz - K-SSchG
Kärntner Schilehrerverordnung
Kärntner Berufsqualifikationen-Anerkennungsgesetz – K-BQAG
Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991
Landesverwaltungsabgabenverordnung
Gebührengesetz 1957

Verfahrensverlauf

Der Antrag auf Erteilung einer Bewilligung ist bei der Landesregierung einzubringen. Über den Antrag auf Erteilung der Schischulbewilligung wird mit schriftlichem Bescheid entschieden.

Erledigungsdauer:

Die Landesregierung ist verpflichtet, spätestens sechs Monate nach dem Einlangen des Antrages den Bescheid zu erlassen. Entscheidet die Behörde nicht in der vorgegebenen Frist, so haben Sie die Möglichkeit eine Säumnisbeschwerde bei der Landesregierung einzubringen. Diese muss die Bezeichnung der Behörde enthalten, deren Entscheidung ausständig ist. Zudem ist im Schreiben das Begehren anzuführen und glaubhaft zu machen, dass die Entscheidungsfrist der Behörde abgelaufen ist.

Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen:

  1. die österreichische Staatsbürgerschaft oder die eines Mitgliedstaates der Europäischen Union
  2. die Eigenberechtigung
  3. die Verlässlichkeit
  4. ein Alter von mindestens 24 Jahren
  5. die körperliche und gesundheitliche Eignung
  6. die Diplomschilehrerprüfung
  7. die Schiführerprüfung
  8. die Verwendung als Diplomschilehrer an einer inländischen Schischule durch mindestens zwei Saisonen nach Ablegung der Diplomschilehrerprüfung
  9. 8a. die Unternehmerprüfung;
  10. die zur Erteilung des Unterrichtes unumgänglich notwendigen Kenntnisse der deutschen Sprache
Die zur Führung einer Schischule erforderliche Verlässlichkeit ist dann gegeben, wenn die Persönlichkeit des Antragstellers erwarten lässt, dass er bei der Ausübung seiner Tätigkeit mit dem erforderlichen Verantwortungsbewusstsein und der entsprechenden Sorgfalt tätig sein wird und die ihm durch dieses Gesetz auferlegten Pflichten erfüllen wird.

Die erforderliche Verlässlichkeit ist jedenfalls dann nicht gegeben, wenn der Antragsteller
  • wegen einer vorsätzlichen, mit mehr als einjähriger Freiheitsstrafe bedrohten Handlung oder
  • wegen einer aus Gewinnsucht begangenen oder gegen die öffentliche Sittlichkeit verstoßenden sonstigen strafbaren Handlung
von einem ordentlichen Gericht rechtskräftig verurteilt wurde und die Verurteilung in Strafregisterbescheinigungen aufzunehmen ist.

Die körperliche und die gesundheitliche Eignung ist durch Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses nachzuweisen.

Als Diplomschilehrerprüfung und als Schiführerprüfung gelten die an der Bundesanstalt für Leibeserziehung (Bundessportakademie Innsbruck) abgelegten gleichnamigen Prüfungen. Werden diese Ausbildungen von der Bundesanstalt nicht mehr angeboten, ist für die Ausbildung zum Diplomschilehrer § 9 anzuwenden.

Sachliche Voraussetzungen:

Jeder Bewerber um eine Schischulbewilligung hat die Erfüllung folgender sachlicher Anforderungen nachzuweisen:
  • das Verfügungsrecht über für ein Schischulbüro geeignete Räumlichkeiten sowie die erforderlichen sanitären Anlagen
  • das Verfügungsrecht über einen geeigneten Schischulsammelplatz
  • das Verfügungsrecht über ein geeignetes Anfängerübungsgelände; der Nachweis eines Mitbenützungsrechtes an einem bestehenden Anfängerübungsgelände gilt als Erfüllung dieses Erfordernisses
  • eine ausreichende Haftpflichtversicherung.

Zusätzliche Informationen

Das Schischulbüro dient der Aufnahme der Gäste. Am Sammelplatz erfolgt die Zuweisung der Gäste an die jeweiligen Lehrkräfte. Das Schischulbüro und der Sammelplatz müssen sicher gelegen und vom allgemeinen Schiraum abgegrenzt sein. Vom Sammelplatz muss das Schigelände leicht, sicher und in zumutbarer Weise erreichbar sein. Die Eignung wird im Rahmen eines Ortsaugenscheins beurteilt.

Zuständige Stelle

Für die Erteilung und den Entzug ist die Landesregierung zuständig

Authentifizierung und Signatur

Eine elektronische bzw. händische Unterfertigung des Antrages ist nicht vorgesehen

Rechtsbehelfe

Gegen den Bescheid der Landesregierung ist das Rechtsmittel der Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht Kärnten zulässig. Sie hat den angefochtenen Bescheid und die Behörde, die den Bescheid erlassen hat, zu bezeichnen. Weiters hat sie zu enthalten: die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt, ein bestimmtes Begehren und die Angaben, die erforderlich sind, um beurteilen zu können, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht wurde. Die Beschwerde ist schriftlich innerhalb von vier Wochen nach Zustellung dieses Bescheids beim Amt der Kärntner Landesregierung einzubringen. Die Beschwerde kann auch per E-Mail oder Telefax eingebracht werden. Die mit jeder Übermittlungsart verbundenen Risiken trägt der Absender (z. B. Übertragungsfehler, Verlust des Schriftstückes).

Für den Inhalt verantwortlich

Amt der Kärntner Landesregierung
Arnulfplatz 1
9021 Klagenfurt am Wörthersee

Letzte Aktualisierung

9. Dezember 2020
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