Naturschutzbewilligung - Erteilung einer Bewilligung zur Durchführung von Maßnahmen in der (freien) Landschaft

Allgemeine Information

Die Durchführung bestimmter Maßnahmen bedürfen teilweise im gesamten Landesgebiet und teilweise in der freien Landschaft (Bereich außerhalb von geschlossenen Siedlungen und der zum Siedlungsbereich gehörigen besonders gestalteten Flächen, wie Vorgärten, Haus- und Obstgärten) einer behördlichen Bewilligung.

Voraussetzungen

Diese Bewilligung darf nur erteilt, wenn nicht
  • das Landschaftsbild nachhaltig nachteilig beeinflusst würde,
  • das Gefüge des Haushaltes der Natur im betroffenen Lebensraum nachhaltig beeinträchtigt würde oder
  • der Charakter des betroffenen Landschaftsraumes nachhaltig beeinträchtigt würde.

Ausnahmen von den Verboten werden im K-NSG aufgezählt.

Zuständige Stelle

Die Bezirksverwaltungsbehörde, sofern im Kärntner Naturschutzgesetz nichts anderes bestimmt ist.
Die Wahrnehmung der Aufgaben der wissenschaftlichen Behörde gemäß Verordnung (EG) Nr. 338/1997 obliegt der Landesregierung.

Detailinformation

Verfahrensablauf:

Ordentliches Verfahren:
Die Erteilung von Bewilligungen ist schriftlich zu beantragen. Über den Antrag kann eine mündliche Verhandlung durchgeführt werden.
Die Bewilligung wird mittels Bescheid erteilt.

Vereinfachtes Verfahren:
Für bestimmte bewilligungspflichtige Vorhaben darf anstelle eines Antrages eine schriftliche Anzeige an die Behörde erstattet werden. Die Behörde hat von dieser Anzeige unverzüglich die Gemeinde zu verständigen, in deren Gemeindegebiet das Vorhaben geplant ist. In bestimmten Fällen sind davon auch die Mitglieder des Naturschutzbeirates zu verständigen. Die Gemeinde und die Mitglieder des Naturschutzbeirates können bis vier Wochen nach dem Einlangen der Verständigung bei der Behörde verlangen, über das Vorhaben ein Bewilligungsverfahren durchzuführen. Wenn die Behörde nicht innerhalb von drei Monaten nach Einlangen der Anzeige der Partei unter Angabe von Gründen mitteilt, dass über das Vorhaben ein Bewilligungsverfahren durchzuführen ist und die Anzeige als Ansuchen gewertet wird, darf es im Sinne der eingereichten Unterlagen ausgeführt werden. Die Behörde hat der Partei eine Bescheinigung auszustellen, dass kein Bewilligungsverfahren durchzuführen ist. Die örtlich in Betracht kommenden Einsatzleiter der Kärntner Bergwacht werden davon informiert.



Erforderliche Unterlagen:

Ordentliches Verfahren:
In einem Antrag sind Art, Lage, Umfang und Verwendung des Vorhabens anzugeben. Das Eigentum am betroffenen Grundstück ist glaubhaft zu machen oder es ist die Zustimmung des Grundeigentümers vorzulegen. Es sind die zur Beurteilung des Vorhabens erforderlichen Unterlagen, insbesondere Pläne, Beschreibungen, Skizzen und dgl. in zweifacher Ausfertigung anzuschließen.

Vereinfachtes Verfahren:
In einer Anzeige sind Art, Lage, Umfang und Verwendung des Vorhabens anzugeben und die zur Beurteilung erforderlichen Pläne und Beschreibungen sowie eine Darstellung anzuschließen, warum das Vorhaben nicht gegen die im Gesetz umschriebenen Interessen verstößt. Diese sogenannte Landschaftsverträglichkeitserklärung ist von einem zur Erstellung solcher Unterlagen Berechtigten zu erstellen und von diesem und vom Bewilligungswerber zu unterfertigen (Unterlagen sind in zweifacher Ausfertigung vorzulegen).



Zusätzliche Informationen:
Eine Bewilligung nach diesem Gesetz ist zu befristen oder an Auflagen oder Bedingungen zu binden, wenn dies nach dem Zweck, der Art der Ausführung oder der Beschaffenheit des Vorhabens oder der Maßnahme erforderlich und möglich ist. Im Falle der Befristung sind dem Antragsteller durch Auflagen die Maßnahmen, die im Interesse des Schutzes und der Pflege der Natur nach Ablauf der Frist zu treffen sind, aufzutragen. Ist die Erfüllung dieser Auflagen gegenüber dem Antragsteller oder dessen Rechtsnachfolger nicht durchsetzbar, so ist sie dem Grundeigentümer aufzutragen.


Rechtsgrundlage:
Kärntner Naturschutzgesetz 2002 – K-NSG, LGBl. Nr. 79/2002 (WV) idgF.
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