Naturschutzbewilligung - Erteilung einer Bewilligung zur Durchführung von Maßnahmen in der (freien) Landschaft

Allgemeine Information

Die Durchführung bestimmter Maßnahmen bedürfen teilweise im gesamten Landesgebiet und teilweise in der freien Landschaft (Bereich außerhalb von geschlossenen Siedlungen und der zum Siedlungsbereich gehörigen besonders gestalteten Flächen, wie Vorgärten, Haus- und Obstgärten) einer behördlichen Bewilligung.

Erforderliche Unterlagen

Ordentliches Verfahren:
In einem Antrag sind Art, Lage, Umfang und Verwendung des Vorhabens anzugeben. Das Eigentum am betroffenen Grundstück ist glaubhaft zu machen oder es ist die Zustimmung des Grundeigentümers vorzulegen. Es sind die zur Beurteilung des Vorhabens erforderlichen Unterlagen, insbesondere Pläne, Beschreibungen, Skizzen und dgl. in zweifacher Ausfertigung anzuschließen.

Vereinfachtes Verfahren:
In einer Anzeige sind Art, Lage, Umfang und Verwendung des Vorhabens anzugeben und die zur Beurteilung erforderlichen Pläne und Beschreibungen sowie eine Darstellung anzuschließen, warum das Vorhaben nicht gegen die im Gesetz umschriebenen Interessen verstößt. Diese sogenannte Landschaftsverträglichkeitserklärung ist von einem zur Erstellung solcher Unterlagen Berechtigten zu erstellen und von diesem und vom Bewilligungswerber zu unterfertigen (Unterlagen sind in zweifacher Ausfertigung vorzulegen).

Fristen

Eine Bewilligung nach diesem Gesetz ist zu befristen oder an Auflagen oder Bedingungen zu binden, wenn dies nach dem Zweck, der Art der Ausführung oder der Beschaffenheit des Vorhabens oder der Maßnahme erforderlich und möglich ist. Im Falle der Befristung sind dem Antragsteller durch Auflagen die Maßnahmen, die im Interesse des Schutzes und der Pflege der Natur nach Ablauf der Frist zu treffen sind, aufzutragen. Ist die Erfüllung dieser Auflagen gegenüber dem Antragsteller oder dessen Rechtsnachfolger nicht durchsetzbar, so ist sie dem Grundeigentümer aufzutragen.

Kosten

Es gelten die amtlichen Kostensätze, welche die Bezirksverwaltungsbehörde vorschreibt.

Rechtsgrundlagen

Rechtsgrundlage:
Kärntner Naturschutzgesetz 2002 – K-NSG, LGBl. Nr. 79/2002 (WV) idgF.

Verfahrensverlauf

Ordentliches Verfahren:
Die Erteilung von Bewilligungen ist schriftlich zu beantragen. Über den Antrag kann eine mündliche Verhandlung durchgeführt werden.
Die Bewilligung wird mittels Bescheid erteilt.

Vereinfachtes Verfahren:
Für bestimmte bewilligungspflichtige Vorhaben darf anstelle eines Antrages eine schriftliche Anzeige an die Behörde erstattet werden. Die Behörde hat von dieser Anzeige unverzüglich die Gemeinde zu verständigen, in deren Gemeindegebiet das Vorhaben geplant ist. In bestimmten Fällen sind davon auch die Mitglieder des Naturschutzbeirates zu verständigen. Die Gemeinde und die Mitglieder des Naturschutzbeirates können bis vier Wochen nach dem Einlangen der Verständigung bei der Behörde verlangen, über das Vorhaben ein Bewilligungsverfahren durchzuführen. Wenn die Behörde nicht innerhalb von drei Monaten nach Einlangen der Anzeige der Partei unter Angabe von Gründen mitteilt, dass über das Vorhaben ein Bewilligungsverfahren durchzuführen ist und die Anzeige als Ansuchen gewertet wird, darf es im Sinne der eingereichten Unterlagen ausgeführt werden. Die Behörde hat der Partei eine Bescheinigung auszustellen, dass kein Bewilligungsverfahren durchzuführen ist. Die örtlich in Betracht kommenden Einsatzleiter der Kärntner Bergwacht werden davon informiert.

Voraussetzungen

Diese Bewilligung darf nur erteilt werden, wenn nicht
  • das Landschaftsbild nachhaltig nachteilig beeinflusst würde,
  • das Gefüge des Haushaltes der Natur im betroffenen Lebensraum nachhaltig beeinträchtigt würde oder
  • der Charakter des betroffenen Landschaftsraumes nachhaltig beeinträchtigt würde.
Ausnahmen von den Verboten werden im K-NSG aufgezählt.

Zusätzliche Informationen

Datenschutzrechtliche Information

Zur Bearbeitung werden personenbezogenen Daten verarbeitet. Informationen zur Datenverarbeitung und ihren Rechten als betroffenen Person, finden sie unter:
https://www.ktn.gv.at/Diverses/datenschutz

Zuständige Stelle

Amt der Kärntner Landesregierung
Abteilung 8 - Umwelt, Energie und Naturschutz
Flatschacher Straße 70
9021 Klagenfurt am Wörthersee
Tel: +43 50 536 18001
Fax: +43 50 536 18000
E-Mail: abt8.post@ktn.gv.at

Amtsstunden (Öffnungszeiten)
Mo.-Do. : 07:30 - 16:00
Fr. : 07:30 - 13:00

Authentifizierung und Signatur

Eine Authentifizierung oder Unterfertigung des Antrages ist nicht vorgesehen.

Rechtsbehelfe

Gegen einen Bescheid ist eine Beschwerde zulässig. Die Beschwerde ist binnen vier Wochen bei der Behörde schriftlich einzubringen, die den Bescheid erlassen hat. Die Frist beginnt mit der erfolgten Zustellung der schriftlichen Ausfertigung bzw. im Fall der mündlichen Verkündung mit dieser.
Die Beschwerde hat weiters den Bescheid zu bezeichnen, gegen den sie sich richtet, sowie die belangte Behörde, die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt, das Begehren sowie die Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht ist, zu enthalten. Eine Beschwerde ist nicht mehr zulässig, wenn nach der Zustellung oder Verkündung des Bescheids von der Partei ausdrücklich auf die Beschwerde verzichtet wurde.
Im Übrigen enthält jeder Bescheid eine Rechtsmittelbelehrung, die die Information enthält, bei welcher Behörde und innerhalb welcher Frist das Rechtsmittel eingebracht werden muss.

Hilfs- und Problemlösungsdienste

Die zuständige Behörde:
Die Bezirksverwaltungsbehörde, sofern im Kärntner Naturschutzgesetz nichts anderes bestimmt ist. Die Wahrnehmung der Aufgaben der wissenschaftlichen Behörde gemäß Verordnung (EG) Nr. 338/1997 obliegt der Landesregierung.

Einheitlicher Ansprechpartner Kärnten
E-Mail: eap@ktn.gv.at

Für den Inhalt verantwortlich

Amt der Kärntner Landesregierung
Abteilung 8
Unterabteilung Naturschutz und Nationalparkrecht

Letzte Aktualisierung

05.08.2021
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